Zwischen den Felsen – ein Stück der Theater AG
Eine Gruppe aus acht aktuellen und ehemaligen Schülerinnen hatte sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Nahezu selbstständig organisierten die Jugendlichen ihre Theaterproben und erarbeiteten sich das Stück „Zwischen den Felsen“. Theaterpädagogin Stella Seefried kam zu einigen Terminen dazu, um den Impuls der Gruppe zu unterstützen. Am Freitag, 26. Juni 2026, war es dann so weit: Das Publikum durfte im Saal der RSSK die Geschichte der Bande der roten Zora erleben.
In den vergangenen Schuljahren kamen die Schülerinnen der Theater AG im Rahmen des selbst erarbeiteten Stückes „DORNiCH ?!“ und bei Klassenspielen der 7. und 8. Klasse bereits in den Genuss einer Zusammenarbeit mit Stella Seefried. An der RSSK ist es auch in früheren Klassenstufen Tradition, Theaterstücke aufzuführen und so konnte sich bei den jungen Frauen über die Jahre eine Leidenschaft für die Bühne entwickeln. Dass im Schuljahr 2025/26 kein Theaterstück auf sie warten sollte, wollten sie nicht akzeptieren.
Eine beeindruckende Leistung
Nach dem Roman von Kurt Held „Die rote Zora und ihre Bande“ schrieb Jana Taina Bidaut, Deutschlehrerin der RSSK, den Text für das Theaterstück „Zwischen den Felsen“. Die Schauspielerinnen erarbeiteten sich die Inszenierung aus der Gruppe heraus und führten selbst Regie. „Was für eine beeindruckende Leistung“, schwärmte eine Besucherin nach der Aufführung. „Kaum zu glauben, dass sie das alles allein auf die Beine gestellt haben.“ Die Theater AG blickt zurück: „Anfangs unterschätzten wir die Arbeit, ein ganz eigenes Theaterstück zu machen. Besonders die Aufgaben der Regieführung stellten eine Herausforderung dar. Wir versuchten es trotzdem, aber die Herausforderungen wurden immer grösser. Als wir kurz davor waren, alles abzusagen, waren es Wille und Zuversicht, die unser Theaterstück retteten. Jetzt blicken wir mit Stolz und grosser Freude auf den Prozess und das Ergebnis zurück.“
Am Rande der Gesellschaft
Das Publikum wurde auf eine Reise mitgenommen in die Geschichte von jungen Menschen, für die es nicht selbstverständlich ist, etwas zu essen zu haben. Das Stück erzählte von dem Dilemma und der inneren Zerrissenheit, wenn Kinder gezwungen sind zu stehlen, es aber mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Der Kampf ums Überleben auf der Bühne eröffnete auch für die Zuschauer*innen eine andere Perspektive auf die Dinge.
Absolut überzeugend wurden das Publikum mitgerissen und der Zuschauerraum miteinbezogen. Mal strolchten die jungen Schauspielrinnen mit Taschenlampen durch die Reihen, mal nutzten sie den Abstellraum an der Rückseite des Saales als Ort des Geschehens. Mit Witz und Charme überzeugten die einzelnen Charaktere und nicht selten wurde gelacht. Die musikalische Begleitung von zwei ehemaligen Schülern brachte trotz der Leichtigkeit der Darstellung eine Tiefe in das Stück, die gepaart mit dem so vorbildlichen Impuls der Theatergruppe wirklich berührte und zu denken gab.
Für ein Projekt in Bangladesch
Die jungen Frauen aus der Theater AG wollten mit ihrer Aufführung darauf aufmerksam machen, dass diese Problematik auf vielen Orten Alltag ist. Jedes vierte Kind auf der Welt ist von Armut betroffen. Um ein Zeichen zu setzen, sammelten sie für das Projekt "Neue Erde in Bangladesch", wo ein Demeter-Bauernhof mit Waldorfschule neu gegründet wurde.
Informieren Sie sich gerne hier: Neue Erde in Bangladesch
Text: Juliane Dürr (Schulleitung)
Fotos: Richard Haag