Notlandung im Paradies – Theaterstück der 8. Klasse
Die sechs Schüler*innen der 8. Klasse brachten das von Christoph Steins verfasste Klassenspiel „Notlandung im Paradies“ Anfang Februar selbstbewusst auf die Bühne. Gefangen auf einem fremden Planeten stellte sich eine Gruppe Reisender den sozialen Herausforderungen einer Isolation.
Ein lauter Knall ertönt und eine Crew von fünf Reisenden erscheint auf der Bühne: Eine Ärztin, ein Tourist, ein Offizier, ein Pilot und ein Navigator. Sie können kaum glauben, wo sie da gelandet sind, denn der fremde Planet empfängt sie mit farbenfroh leuchtenden Pflanzen und Bäumen. Es wird klar, das Raumschiff kann nicht repariert werden und es ist kein Kontakt zur Basis möglich. Sie sitzen fest, gefangen im Paradies. „Ich hatte mein Schicksal anders geplant“ – mit Witz und Charme verstrickt sich die Gruppe in Meinungsverschiedenheiten auf der Suche nach einem Ausweg.
Der Einheimische
Beschäftigt mit Erkundungen, Reparaturversuchen und Streitereien mäandern die unterschiedlichen Charaktere durch das Stück, als plötzlich ein weiteres Wesen auftaucht. Sie nehmen das „wilde Tier“ gefangen und auf den zweiten Blick erkennen sie, dass es sich um einen Menschen handelt. Wagil ist vor langer Zeit ebenfalls mit seinem Raumschiff auf dem Planeten gestrandet und als einziger Überlebender im Paradies zurückgeblieben. Es stellt sich heraus, dass er einem befeindeten Volk in der Heimat angehört, was zu erneuten Diskussionen darüber führt, was nun mit ihm geschehen soll.
Kontakt zur Basis
Der Pilot findet heraus, dass mit einem Transmitter aus Wagils altem Raumschiff die Kontaktaufnahme zur Basis in Keris möglich wird. Die Gruppe kann endlich um Hilfe bitten und den Standort durchgeben. Doch leider hat das Raumschiff, das nun zum Planeten unterwegs ist, nur fünf Sitzplätze frei. Sie sind aber zu sechst. Wer muss zurückbleiben? Nach welchen Kriterien wird entschieden? Weitere Konflikte flammen auf und viele menschliche Facetten zeigen sich. Bleibt derjenige zurück, der am wenigsten zur Gruppe gehört? Bleiben zwei, damit nicht einer alleine warten muss? Darf derjenige mit dem meisten Geld auf jeden Fall einsteigen?
Die Hilfe des Fremden
Um sich die Zeit des Wartens zu vertreiben, essen vier der fünf Reisenden von einer fremden, giftigen Pflanze. Leider war Wagil nicht anwesend, um sie zu warnen, und so erleben sie wundersame Dinge, tanzen über die Bühne und fallen schlussendlich in einen tiefen Schlaf, aus dem sie der später hinzukommende Tourist nicht aufzuwecken vermag. Doch Wagil weiss zu helfen und rettet die Mannschaft mit einem Gegenmittel – ausser Kopfschmerzen bleibt nur die Einsicht zurück, dass man niemals zu vorschnell urteilen sollte. Der Fremde wird zum Freund.
Die Rettung
Zum Schluss darf die Gruppe dem rettenden Raumschiff entgegenblicken, mit gepackten Koffern und leuchtenden Augen. Sie hat Lösungen und Kompromisse gefunden und sich den Problematiken gestellt, ohne sich selbst untreu zu werden.
Das Stück „Notlandung im Paradies“ zeugt davon, wieviel man erreichen kann, wenn man sich aus seiner Komfortzone herauslehnt und über den eigenen Tellerrand hinausblickt. Die Zuschauer*innen durften erleben, wie eine kleine Gruppe Jugendlicher selbstbewusst und klar Grosses vollbracht hat. Die 8. Klasse im Paradies wird uns sicher lange in Erinnerung bleiben. "Sie haben sich richtig Mühe gegeben und waren total engagiert“, freut sich Christoph Steins, der die Regie übernommen hatte, nach der gelungenen Aufführung seines Stücks.
Text: Juliane Dürr (Schulleitung, Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit)
Fotos: Richard Haag (Klassenlehrer, Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit)