Geologielager der 6. Klasse auf dem Vier-Quellen-Weg

Kurz vor Ende des Schuljahres war die 6. Klasse mit Klassenlehrerin Yvonne Wohlfeld und Samuel Tschudin im Geologielager. Was sie zuvor im Unterricht theoretisch in der Gesteinskunde und Geologie behandelt hatten, konnten die Schüler*innen bei einer fünftägigen Wanderung auf dem Schweizer Vier-Quellen-Weg mit allen Sinnen erleben. Sverre nimmt uns mit auf die Wanderung der 6. Klasse. 

Der Vier-Quellen-Weg führte uns an den Quellen vom Rhein, der Reuss, dem Ticino und der Rhone vorbei. Wir stiegen am Montag um 8 Uhr am Bahnhof in Kreuzlingen in den Zug und fuhren über Zürich und Andermatt an den Oberalppass (2044 m). Dort setzten wir den ersten Fuss auf den Wanderweg, der uns die ganze Woche begleiten würde. Die erste dreistündige Etappe führte uns über Wiesen, Geröll und auch teilweise Altschnee immer in Richtung Tomasee (2345 m), von dem aus der Rhein entspringt. Den Ursprung von einem der grössten Flüsse Europas zu entdecken und den 1233 km langen Fluss zu beobachten, wie er seine ersten Meter fliesst, war sehr beeindruckend.

Über Wiesen zum Gotthardpass

Für die zweite Etappe entschieden wir, ein kleines Stück mit der Zahnradbahn ins Tal zu fahren, von wo aus wir einen kürzeren Weg hatten. An diesem Tag gab uns keine Quelle das Ziel vor, sondern die Hütte auf dem Gotthardpass. Der Boden, über den wir liefen, war fruchtbar. Es gab grüne, saftige Wiesen, auf denen Weidetiere wie Kühe und Schafe grasten. Nach sieben Stunden erreichten wir den Gotthardpass (2106 m). 

Bergkristalle und andere Mineralien

Der nächste Tag war der längste. Wir wanderten mit Pause zehn Stunden. Die Landschaft änderte sich. Wir kamen höher und schauten auf dem Weg nach Gesteinen wie Bergkristallen und Rauchquarzen. Am Quellstein der Reuss machten wir Rast. Eiskaltes, glasklares Wasser floss aus einer Art Teich in einen kleinen Gebirgsbach, der sich später mal in die Reuss verwandeln würde. Ein wenig abseits der Quelle war der Boden wie von Bergkristallen und anderen Mineralien übersät. Der Tag war warm und die Sonne brannte. Der Schnee reflektierte die Strahlen und der Weg, der mit Pausen durchzogen war, schien immer länger zu werden, bis wir schliesslich an der Pianseccohütte (1988 m) ankamen. Sobald man den Fuss vor die Türe setzte, war man in der artenreichen Natur der Schweizer Berge. Nach dem Abendessen besprachen wir als Klasse, was der nächste Tag bringen würde. 

Prasselnde Hagelkörner

Nach Anbruch des nächsten Tages zogen wir uns unseren Regenschutz an. Der Wetterbericht sagte voraus, dass wir in ein Gewitter kurz vor dem Nufenenpass kommen würden. Anfangs war das Wetter schön und die Sonne kam heraus. Wir beobachteten Murmeltiere an Hängen nur zwei Meter von uns entfernt und waren so begeistert, dass wir zwanzig Minuten vor dem Bau verbrachten.
Nach einer kleinen Pause am Quellstein des Ticino führte uns der Weg weiter über steinigen Boden und immer in Richtung Nufenenpass (2478 m). Kurz nach dem Pass fing es zuerst an zu regnen, der Regen wurde härter und mitten auf einem Schneefeld überfiel uns der Hagel. Dicke Hagelkörner prasselten auf uns ein. Wir flüchteten hinter den nächstbesten Stein, von wo aus wir das Gewitter vorbeiziehen sahen. Das Wetter war ab da mit Schauern durchzogen. Wir wanderten bergab zum Hotel Grimsel, Obergoms, das wir für die anstehende Nacht gebucht hatten.

In der Eisgrotte

Nach der Nacht im Hotel entschieden wir uns, die letzte und schwerste Etappe per Bus zu verkürzen. Wir wanderten über den Furkapass (2429 m) in Richtung der letzten Quelle unserer Wanderung, der Rhonequelle. Der Rhonegletscher war riesig, obwohl er sich jährlich zurückzieht und immer kleiner wird. Da wir ein Stück mit dem Bus gefahren waren, hatten wir noch ausreichend Zeit, durch einen Tunnel aus Rhonegletschereis (Eisgrotte im Rhonegletscher, 2300 m) zu laufen und Eiswände mit eingeschlossenen Luftblasen zu entdecken. Das war ein Highlight unserer Wanderung. Nach diesem letzten Abenteuer, machten wir uns auf den Heimweg. Dank Frau Wohlfeld und Sämi hatten wir eine Woche mit wunderbaren Erlebnissen, an die wir uns noch lange erinnern werden.

Text: Sverre Mahler (6. Klasse)
Fotos: Samuel Tschudin, Yvonne Wohlfeld

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