Adventsbasar 2025
Die Sonne strahlte so wie das Schulhaus und die Menschen. Bei eisigen Temperaturen wurde beim diesjährigen Adventsbasar am 22. und 23. November allen warm ums Herz, die an den Mitmachständen werkelten, sich kulinarisch verwöhnen liessen und an der vorweihnachtlichen Stimmung erfreuten.
Dochte wurden ins Wachs getaucht, Zuckerperlen in den Guss gedrückt, duftende Zweige in Kränze gebunden, Häuschen zusammengezimmert, Filzkugeln zwischen den Händchen gerollt, Kräuter gemörsert, bunter Sand auf Klebeband gestreut, mit dem Hammer auf glühendes Eisen geschlagen und, und, und… – viele waren erstaunt, wie schnell die Zeit vergeht, wenn kleine und grosse Kostbarkeiten entstehen. Die Besucher*innen des Adventsbasars genossen die Möglichkeit, an einem der Mitmachstände gemeinsam etwas herzustellen. Darunter waren auch zahlreiche „Stammgäste“. „Ich mache mir hier jedes Jahr meinen Adventskranz“, sagte eine Frau in der Kranzstube. Zwei Jugendliche aus Konstanz berichteten beim Kerzenziehen: „Wir kommen seit wir drei waren jedes Jahr hierher“ – in der Zwischenzeit ohne die Eltern. Und im Zehntklasscafé sammeln sich alle Jahre wieder ehemalige Schüler*innen, um sich auszutauschen und einen Plausch mit ihren früheren Lehrer*innen zu halten.
Wundervolle Wunderdinge
„Ich sehe so viele glückliche Menschen“, sagte Sophia Riebel aus dem Kindergarten Rosmarin. „Sie schätzen, wie alles schön dekoriert und mit Liebe und hochwertig gemacht ist.“ Sophia Riebel war umgeben vom „Stand der Wunderdinge“, für den die Eltern der Kindergartengruppen vor dem Basar verschiedenste Handarbeiten gezaubert hatten – von Kronen und Schwertern über Filzmäuse und kleine Figürchen bis hin zu Utensilos und Mäppchen. „Die Besucher*innen kaufen bei uns Geschenke für den Adventskalender, zur Geburt oder Dinge, die sie einfach selbst schön finden.“ Die liebevolle Gestaltung, die Qualität der Angebote und die familiäre Atmosphäre machen den Adventsbasar bereits seit dem 6. November 1976, als der von Rosmarie Ackermann initiierte „Gründungsbazar“ im katholischen Gemeindehaus in Kreuzlingen seine Tore öffnete, zu einer ganz besonderen Veranstaltung zu Beginn der Adventszeit.
Leuchtendes Lächeln
Dorothee Berger aus der Schulleitung erzählte von einer Begegnung mit einem isländischen Besucher: „Er sagte mir, dies sei ein besonderes Schulhaus. Hier lächle alles.“ Sie war berührt davon, dass jemand von aussen spüren kann, was „wir bei allen Veranstaltungen, sei es die Frühlingsfeier, der Basar, die Kleiderbörse, versuchen hinzubekommen, alles zum Lächeln oder zum Strahlen zu bringen, von innen heraus, indem wir miteinander unterwegs sind.“ Dieses Strahlen kann nur entstehen, wenn viele Menschen zusammenarbeiten. Insgesamt 28 Stände wurden von den Lehrer*innen, Schüler*innen, Eltern, Grosseltern und Vereinsmitgliedern betreut. Und es sind nicht nur die Schichten am Adventsbasarwochenende, die belegt werden müssen. Auch im Vorfeld gab es viel zu tun. Sandra Müller, Leiterin des Basarorganisationskomitees (BOK), ist eigentlich das ganze Jahr „a bitzeli dra’“. Ende Januar trifft sie sich mit den Standleiter*innen und wertet den letzten Basar aus, Verbesserungsvorschläge und Anregungen werden gesammelt. Sie vergleicht Anbieter, erkundigt sich nach den Zollbestimmungen; die Frühlingsfeier im Mai ist wie eine Generalprobe im Kleinen für die Essensstände, die von den Klassen übernommen werden. Nach den Sommerferien starten die Sitzungen des BOKs, einmal im Monat. Standleitungen werden angefragt, Angebote überprüft, neue Standleiter*innen gesucht. Anfang September gibt es ein grosses Treffen mit allen Standleitungen, bei dem besprochen wird, wer was braucht. Genauso trifft sich das BOK mit der Werkgruppe, um den Aufbau zu besprechen und mit dem Kollegium. Im Herbst stehen auch die Bestellungen und Schichtpläne an.
Viele Gruppen arbeiten ebenfalls übers Jahr verteilt wie z.B. die Manufakturgruppe (lesen Sie hier über die Arbeit der Gruppe), die verschiedene Termine anbietet, um ihre Produkte herzustellen. In der Woche vorm Basar ist die Kranzgruppe jeden Tag in der Schule, um Kränze für den Verkauf vorzubereiten. Standleitungen trommeln ihre Helfer*innen zusammen, um noch einmal die wichtigsten Handgriffe durchzugehen. Am Freitag ist dann Vorbereitungsendspurt: Aus Schulzimmern entstehen weihnachtlich dekorierte Werkel- und Einkaufsstuben und auf dem Hof ansprechende Essensstände.
Engagierter Einsatz
„Obwohl die Vorbereitung auch anstrengend war, sind heute alle gut gelaunt. Alle freuen sich und sehen, was entstehen kann, wenn man sich gemeinsam ins Zeug legt“, berichtete Sophia Lossen. Sie arbeitet im Sekretariat der Schule und am Adventsbasar an der Kasse im Eingangsbereich. Juliane Dürr aus der Schulleitung nahm neben ihr den Platz ein: „Es ist toll, wie sehr sich die Kinder engagieren“, sagte sie. Viele Schüler*innen übernahmen sogar zusätzliche Schichten, um an anderen Ständen auszuhelfen, die nicht so gut besetzt waren. Überall traf man auf die Drittklässler*innen die lautstark ihre Lösli anpriesen. Die Kinder aus der 1. und 2. Klasse blickten neidisch auf die Grossen und freuen sich schon, endlich in der 3. Klasse selbst mit Kasse und Löslibox in den Gängen des Schulhauses unterwegs sein zu dürfen. „Da jeder Klassenstufe ein Stand zugeordnet ist, wissen die Schüler*innen, welche Aufgabe sie im nächsten Jahr übernehmen und können schon beobachten, wie die anderen das machen“, erklärte Juliane Dürr. So kümmerte sich die 4. Klasse um die Bastelstube, die 5. Klasse war für den Waffelstand und den Hot Dog Verkauf zuständig, die Sechstklässler*innen verkauften am Maronistand, die 7. Klasse im Restaurant im Grossen Saal, die Achtklässler*innen und Neuntklässler*innen schmissen die Pizzeria und die 10. Klasse fand man im gemütlichen Café unterm Schuldach. Auch ehemalige Schuleltern und Schüler*innen halfen aus, die sich nach der eigenen Schulzeit an der RSSK noch mit der Schule verbunden fühlen. Und so wurde es ein „mega gelungener Basar, bei dem alles gut geklappt hat und der Auf- und Abbau sehr schnell ging“, freute sich Sandra Müller.
Auch noch Tage nach dem Adventsbasar, wenn alles schon wieder aufgeräumt und die Klassenzimmer wieder Klassenzimmer sind, ist noch das Lächeln zu spüren und die Vorweihnachtsstimmung hat die ganze Schule erreicht.
Wir danken allen grossen und kleinen Helfer*innen, die in diesem Jahr unsere Schule zum Strahlen gebracht haben, insbesondere Sandra Müller und dem BOK sowie der Werkgruppe.
Text und Fotos: Anika Mahler